Tagebuch eines ADHS-Kindes und seiner genervten Leidensgenossen

Max ist unüberlegt, impulsiv, unkonzentriert, hibbelig, aufgekratzt, planlos, hört nie zu, verliert und vergisst alles, bringt sich und andere ständig in Gefahr – mit einem Wort: Er ist mega-anstrengend!

Max tickt anders. Das macht sein Leben kompliziert. Und das seiner Mitmenschen entsetzlich anstrengend. In diesem Tagebuch lässt Max sich auf unterhaltsame Weise über all die kleinen und großen Katastrophen aus, die er tagtäglich verursacht. Aber auch seine Mitmenschen schreiben sich ihre liebe Not mit dem Energiebündel von der Seele. So erleben die Leser eine Situation aus zwei Blickwinkeln – und das ist mitunter brüllend komisch.

ADHS einmal anders: Ein Buch, das dem Leser einen tiefen Einblick in die Seelenwelt der Betroffenen und der Mitleidenden gibt, und somit hilft, beide Seiten besser zu verstehen.

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Wie wirkt ein ADHS-Kind und wie sieht es sich selbst?

Zwei Seiten einer Medaille ...

Anna Maria Sanders über das Buch

Bereits im frühen Kindesalter wurde bei unserem jüngeren Sohn ADHS diagnostiziert. Kaum aus dem Nachtschlaf erwacht, fegte er täglich wie ein Wirbelwind durchs Haus, während sein eineinhalb Jahre älterer Bruder ein normales, wenn auch aufgewecktes und aktives Kind war. Im Kindergarten, der pädagogisch wirklich gut ausgebildetes Personal hatte, bestand dann keine Chance, dass unser Kind – damals drei Jahre alt – alleine dort blieb. Dies ist leider typisch für ein AHDS-Kind: viel länger andauernde Trennungsängste, da diese Kinder meist große Entwicklungsverzögerungen aufweisen. Als dann ein Alleinebleiben im Kindergarten im Alter von vier Jahren endlich einigermaßen möglich war, gab es wieder nur Probleme mit Regelbrüchen, Impulsivität, Hyperaktivität, Ungestümsein, sich und andere in Gefahr Bringen, geistiger Unreife etc. All das führte dazu, dass er dann schlussendlich auch ein Jahr länger im Kindergarten blieb. Schule mit sechs Jahren wäre undenkbar gewesen.

Sie war auch mit sieben Jahren kaum möglich. Mit heraushängender Zunge und dank einer Grundschullehrerin, die sich täglich mehrere Orden verdient hätte, schafften wir die vier Jahre mit einem guten Endzeugnis. Daher fiel die Entscheidung für die Sekundarstufe auf ein Gymnasium, wo wir uns nun wieder durchkämpfen. Verhaltenstechnisch ist aber bereits mit Beginn der zweiten Klasse Unterstufe alles wesentlich besser geworden (sowohl in der Schule als auch privat), leistungsmäßig erst seit einem Jahr.

Trotzdem muss unser Sohn mehr lernen als das Durchschnittskind, obwohl er überaus intelligent ist. Nur: Wer nie aufpasst und andauernd träumt, bekommt vieles nicht mit. Und wer seine halben Unterlagen und Materialien ständig verliert und vergisst, verbringt sehr viel Zeit mit Suchen, Nachschreiben, Kopieren und Abfotografieren (es lebe das Smartphone!).

Wie in der Vorgeschichte zum Buch beschrieben wird, hat sich unser Sohn, der inzwischen 14 Jahre alt ist, aber trotzdem hervorragend entwickelt – sowohl zu einem wunderbaren Menschen als auch zu einem funktionstüchtigen Mitglied der Gesellschaft. Wie ist das gelungen? Nun, man kann in erzieherischer Hinsicht einfach wahre Wunder wirken, wenn man weiß, worauf es ankommt. Und nach dem Lesen unzähliger Werke zum Thema war klar, woran ich mich intuitiv auch schon vorher immer gehalten hatte: Kinder, aber ganz speziell Kinder mit ADHS, brauchen neben klaren Regeln, Grenzen und Strukturen auch immer die nötige Liebe, Wertschätzung, Unterstützung, und Lob für (endlich) Gelungenes, d. h. sie benötigen liebevolle Strenge aber auch mal ein wenig mehr Flexibilität beim Einfordern von Regeln, weil sie eben nicht auf Knopfdruck funktionieren und viele Anläufe mehr als Kinder ohne diese Störung brauchen, bis Dinge so klappen, wie Mama und Papa, die Lehrkräfte und alle rund um sie das möchten. Wie das genau funktioniert, beschreiben in diesem Buch Mum, Dad und Max sehr anschaulich …

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Autobiografischer Hintergrund

Anna-Maria Sanders

Anna Maria Sanders wurde 1961 geboren. Nach Abschluss ihres Germanistikstudiums an der Universität Salzburg und dem Erwerb eines Master of Education an der University of Utah hat Sanders als Sprachlehrerin gearbeitet. Seit zwölf Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema ADHS. Sanders ist Mutter von zwei Teenagern, von denen der jüngere ADHS hat, und lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Seit vierzehn Jahren kämpfen wir als Familie mit ADHS – allerdings weniger innerhalb der Familie als vielmehr gegen all jene, die kein Verständnis für diese Störung haben. Und wenn ich von Kampf spreche, dann meine ich das auch so. Kinder mit ADHS und deren Eltern sehen sich – wie das Buch zeigt – rund um die Uhr, Tag für Tag, Jahr für Jahr besonderen Herausforderungen gegenüber. Weil Eltern damit aber meist an ihre Grenzen geraten bzw. auch oft aufgrund der Unwissenheit der Erziehenden, erfahren viele Kinder mit dieser Störung häufig nicht die angemessene Unterstützung, die sie brauchen würden, um den Anforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden. Werden sie aber entsprechend unterstützt und begleitet, wachsen sie in der Regel zu wunderbaren Menschen heran.

Unser von ADHS betroffener Sohn, zeigt uns dies jeden Tag aufs Neue: Er ist extrem sozial, kümmert sich um andere, ist entzückend zu jüngeren Kindern und Tieren, liebevoll im Umgang mit seinen Mitmenschen (wenn er nicht gerade wütend oder im Kaspar-Modus ist), er ist einsichtig in Bezug auf seine Fehler, kann sich für Dinge, die schiefgelaufen sind, entschuldigen, teilt und gibt, egal wie gerne er eine bestimmte Sache selbst gerne hätte, lernt inzwischen ohne zu motzen, konzentriert sich in der Schule immer besser, vergisst und verliert von Jahr zu Jahr weniger, … mit einem Wort: Er ist auf dem besten Weg, ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft zu werden – ein wunderbarer Mensch ist er jetzt schon!

Wie ist das gelungen? Nun, mein Mann und ich haben uns ihm gegenüber vierzehn Jahre lang so verhalten, wie Mum und Dad in Ich dreh gleich durch!

Doch trotz aller Bemühungen träumt Raphael immer noch mehr als andere Kinder seines Alters, verliert und vergisst häufiger Dinge, kann sich bei Weitem nicht so lange konzentrieren wie seine Altersgenossen, ist hibbelig und zappelig und auch der Schalk sitzt ihm oft im Nacken. Aber all das hat sich in den vergangenen Jahren wirklich spürbar verbessert. Und wenn seine Erziehung bisher auch wesentlich mühsamer gewesen ist, so hatte das auch etwas Positives. Als Eltern haben wir vieles gelernt und sind – so meinen wir von uns behaupten zu können – an der Aufgabe gewachsen. Ein Kind wie Raphael hält seinen Eltern täglich einen Spiegel vor, zeigt uns jeden Tag aufs Neue unsere Schwächen, aber auch unsere Stärken auf. Und so hat sich nicht nur Raphael entwickelt, sondern auch wir.

Wir sind daher dem lieben Gott, dem Universum, oder wer auch immer dafür zuständig sein mag, dass Raphael in unserer Familie gelandet ist, unendlich dankbar, denn: Er ist wie jedes Kind ein Geschenk – eben nur versehen mit einer extra Schleife, die ihn zu etwas Besonderem macht. Ich möchte daher allen Eltern, die glauben oder wissen, dass sie ein Kind mit ADHS haben, Mut machen:

  • dass sie es schaffen können, ihrem Kind die nötige Unterstützung zu geben,
  • dass sie sich trauen, sich gegen Kritik und negative Stimmen abzugrenzen,
  • dass sie das Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Kindes nicht verlieren und schließlich,
  • dass sie für ihr und mit ihrem Kind kämpfen.

Wenn das vorliegende Buch dazu einen kleinen Beitrag leistet, dann habe ich mein Ziel erreicht.

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