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Der Blog des Gütersloher Verlagshauses
Glauben mit Vision

Glauben als Zukunftsweg – Glauben mit Vision

Zukunft! Hoffnung! Kirche! Große Worte. Alle mit Ausrufezeichen. Das war der Ausgangspunkt dieses Buches, oder sollte ich besser sagen: eines Weges?

Denn es war so unverfänglich unverbindlich, sich doch mal wieder mit meiner Lektorin beim Gütersloher Verlagshaus zu treffen, mit dem Leiter des Verlags und einer weiteren Kollegin. Und wir beginnen zu sprechen, über die Kirche natürlich – und über meine Unlust und meinen Ärger darüber, dass wir uns als Kirchen oft so mangelorientiert in die Depression drehen. Nein, mein Blick ist ja ein anderer: Die Zukunft liegt nicht vor uns, sie hat gerade mit uns begonnen. Und natürlich braucht es einen anderen Blick, der nicht nur das Sterben, sondern auch die Auferstehung der Kirche und des Christentums sieht – heute, wie zu allen Zeiten.

Denn sonst wäre es ein ungläubiger Blick, sage ich. Und hier wandelte sich das Gespräch. Wäre es nicht wichtig, über den Glauben und seine Zukunft zu schreiben? Wie werden wir glauben? Was heißt überhaupt Glauben in Zukunft? Erst dann, hinterher, wäre zu fragen, welche Vision einer Kirche der Zukunft sich ergibt. Und auf einmal wuchs der Energiepegel im Gespräch. Wir begannen, lebendig rumzudenken, neue Perspektiven anzureißen. Ein schöner Moment. Ein Geistmoment.

Und dann fuhr ich nach Hause zurück und dachte: Worauf hast du dich eingelassen – was wird das werden? Über den Glauben habe ich gar nicht so viel nachgedacht, geschweige denn geschrieben. Aber dann wurde mir klar: Auch das Schreiben eines Buches über den Glauben braucht Glauben, Vertrauen, Leidenschaft, Begeisterung – und dies alles kann ich nicht machen. Denn Inspiration ist immer ein Geschenk, die Kraft zum Schreiben auch.

Aber je mehr der Zeitpunkt des Schreibens nahekam, desto spannender wurde es, desto mehr wurde mein Glauben herausgefordert. Ich fing an, mit einer kleinen Idee. Und ich durfte die Erfahrung eines leidenschaftlichen Wachsens machen – und ich merkte, wie die Energie beim Schreiben zunahm. Ja, es machte mir Freude, Glauben neu für mich zu buchstabieren, von den Zukunftserfahrungen her, die in mir sind und mich immer mehr umgeben.

Und am Ende sollte ein Traum stehen. Ein Traum von Kirche. Ja, und dann habe ich zusammengeträumt, was ich mit anderen schon an vielen Stellen zusammenträumen konnte. Kirche heute, Kirche in dieser Zeit. Ich träume eine erneuerte Kirche – eine katholische Kirche, deren Weite anzieht; eine evangelische Kirche, in der das Evangelium neue Blüten auf postmodern kultiviertem Boden treibt; eine orthodoxe Kirche, in der die Tiefe der gewachsenen Tradition heute ein Feuer entfacht; eine freie Kirche – weil anders Kirche nicht zu denken ist. Doch für all das gilt: Diese Zukunft hat schon begonnen und ist im Heute verwurzelt.

Ein persönliches, leidenschaftliches Credo und ein mitreißendes Angebot, Möglichkeiten für eine Kirche der Zukunft zu erkennen und aktiv zu werden.Deswegen ist es mit diesem Buch auch so wie mit anderen Versuchen. Ich habe versucht, etwas ins Wort zu bringen, was mich bewegt und was ich vorher schon erlebt habe mit vielen anderen Schwestern und Brüdern. Ich habe so viel gelernt von den Schwestern und Brüdern der vielen Gemeinden, Aufbruchsbewegungen und Kirchen, mit denen ich in den letzten Jahren unterwegs sein durfte und auch künftig sein darf. Und ich bin so dankbar für die Christinnen und Christen der nächsten Generation, der leidenschaftlich Wandernden und Suchenden in allen Kirchen und außerhalb der fest gefügten Bekenntnisse. Danke euch allen – ihr seid die eigentlichen Autoren! Denn in eurem Fragen und Suchen, Gestalten und Kämpfen entwickelt die Geisteskraft Gottes den neuen Weg der Kirche in unserer Zeit.

Ich freue mich, dass ich einen Teil dieser Zukunft jetzt schon erleben darf! Es ist mehr als verheißungsvoll, heute zu glauben und heute Christ zu werden – bei allem, was zurzeit zerbricht. Aber auch das gehört zur Logik eines Glaubens, der Tod und Auferstehung zur Mitte hat. Danke allen im Gütersloher Verlagshaus, die mich in dieses Abenteuer hineingestupst haben, und vor allem meiner Lektorin Christel Gehrmann.

Dr. Christian Hennecke

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