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Der Blog des Gütersloher Verlagshauses
Michael Felten: Die Inklusionsfalle

Inklusion in der Schule – nur mit Augenmaß, nicht als Sparmodell!

Als weltweit bedeutendste Bildungsmesse setzte die didacta 2018 in Hannover ein starkes Zeichen für den Beginn einer neuen Bildungsinitiative. Einer der Referenten unter den 600 geladenen Gästen: Buchautor, Publizist und Schulentwicklungsberater Michael Felten. Sein Thema: Die Inklusionsfalle. In seinen Vorträgen wirbt er für eine sinnvolle Inklusion. Sein Credo:

Nicht „Eine Schule für alle“, sondern „Für jedes Kind die beste“!

Herr Felten, wie ist der aktuelle Stand der Debatte?

Bislang wurde das Thema Inklusion vorwiegend durch eine rosa Brille gesehen, aber 2017 gab’s eine Wende. Außerhalb der vielgepriesenen Leuchtturmschulen sind teilweise chaotische Zustände entstanden, in denen viele Kinder mannigfach zu kurz kommen – das hat Eltern auf die Palme gebracht. Daneben haben viele Lehrkräfte gewagt, die absolute Überlastung in Inklusionsklassen wie Förderschulen zur Sprache zu bringen. Und in der überregionalen Presse warnten Experten verstärkt davor, übereilt und mit der Brechstange vorzugehen, ohne ausreichende Ressourcen und ohne gesicherte Standards.

Noch gibt es aber die irrtümliche Auffassung, bei optimalen Ressourcen könne man alle Kinder durchgängig gemeinsam beschulen, auch die mit schwersten Entwicklungsstörungen. Befürworter einer full inclusion propagieren gar einen „neuen Anlauf“, um das elterliche Wahlrecht hinsichtlich Regel- oder Förderschulbesuch zu beschneiden. Dabei fordert die maßgebliche UN-Konvention selbst keineswegs, spezifische Förderinstitutionen abzuschaffen oder gar den Elternwillen zu torpedieren – im Gegenteil.

Die Devise kann nur heißen: Nicht prinzipielle Inklusion, sondern nur sinnvolle bzw. machbare – je nach individuellem Bedarf des Kindes und den konkreten schulischen Gegebenheiten! Förderschulen bleiben ein wichtiger, hochspezialisierter Bildungs- und Entwicklungsort – und sei es nur als flexible Durchgangsepisode. Es gilt, dual-inklusiv zu denken und nach individuellen Lösungen zu suchen – der plumpe Strukturhammer der unterfinanzierten Einheitsschule hilft keinem.

 

Auch heute noch pendelt die Inklusionsdebatte zwischen Euphorie und Ernüchterung. Missverständnisse werden deutlich, die Ressourcen bleiben knapp – und es zeigen sich auch kindeswohlferne Motive. Wie sieht die Lage an den Schulen aus? Welche Interessen streiten miteinander? Stecken wir in der „Inklusionsfalle“? Und wie kommen wir wieder heraus?  In seinem Buch »Die Inklusionsfalle« spricht Michael Felten Klartext. Lesen Sie mehr über die Herausforderungen, die immer drängender werden:

Zum Special auf der Verlagshomepage: Michael Felten: Die Inklusionsfalle

Zur Website von Michael Felten

Inklusion als Problem. Die Website zum Thema.

 

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