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CArl-A. Fechner: Power to Change

Interview mit Carl-A. Fechner: Power to change!

Zum Erscheinen seines Buches  „POWER TO CHANGE – Die Energierevolution ist möglich!“ beantwortet uns Carl-A. Fechtner unsere Fragen zu seinem Buch, das den erfolgreichsten politischen Kinodokumentarfilm mit gleichnamigem Titel aus dem Jahr 2016 aufgreift und vertieft.

Ihr Film POWER TO CHANGE – Die EnergieRebellion avancierte im Jahr 2016 zum erfolgreichsten politischen Dokumentarfilm. Nun erscheint Ihr Buch zur Erfolgsdokumentation. Wie kamen Sie auf die Idee, sich als Buchautor zu versuchen?

Autorenfoto Carl-A. Fechner © privatIch freue mich sehr, dass POWER TO CHANGE vom Publikum so enthusiastisch aufgenommen wurde und dass der Film somit nahtlos an meinen ersten Kinodokumentarfilm DIE 4. REVOLUTION anschließen konnte. Die Filmtour zu POWER TO CHANGE führte mich durch mehr als 110 Städte in Deutschland. Bei den Diskussionsrunden und Gesprächen nach den Screenings kamen immer wieder Fragen nach den technischen Hintergründen, den Daten, Fakten und Studien hinter der motivierenden Botschaft der Umsetzbarkeit der Energiewende auf. So wurde die Idee geboren, ein Buch zum Film zu schreiben.

Was erhoffen Sie sich von der Veröffentlichung Ihres Sachbuches und welche Absicht verfolgen Sie mit diesem?

Ich beabsichtige die faszinierenden Informationen und Möglichkeiten zur Energiewende so aufzubereiten, dass sie jedermann verstehen und nutzen kann. Zudem hoffe ich, dass der Funke überspringt und sich die Leserinnen und Leser nach der Lektüre entschließen, aktiv für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit zu kämpfen.

Was ist für Sie die Quintessenz von „POWER TO CHANGE – Die Energierevolution ist möglich!“ – Wie würden Sie das Buch pitchen, wie man im Marketingjargon sagt?

Mein Buch bereitet viele Fakten zur Energiewende nachvollziehbar auf und thematisiert was Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch jeder Einzelne zu Hause einfach besser machen könnte. Es bietet darüber hinaus auch Aufschlüsse über meinen ganz persönlichen Change. So enthält es Teile meiner Biografie, über die ich bisher noch nie gesprochen habe.
In einem Satz: Für mich ist „POWER TO CHANGE – Die Energierevolution ist möglich!“ ein motivierender, kurzweilig zu lesender Ratgeber mit biographischen Einschüben, der den Weg zu einem persönlichen wie auch gesellschaftlichen Wandel hin zu erneuerbaren Energien aufzeigt.

Wem würden Sie das Buch also empfehlen? Wen möchten Sie erreichen?

Das Buch richtet sich an ein breites Publikum: An jeden, der mehr darüber erfahren möchte, welche Optionen und Möglichkeiten es gibt, um die zentralen Probleme dieser Zeit vernünftig angehen und lösen zu können. Ich möchte darüber hinaus denjenigen das Buch ans Herz legen, die Interesse an neuen Argumenten für den täglichen Kampf um die Energiewende haben und neue POWER begrüßen.

POWER TO CHANGE ist motivierend und sorgt für gute Laune. Mir ist es wichtig, dass die Leser nach der Lektüre den Wunsch verspüren ein tolles, engagiertes Leben zu führen und sich für die Zukunft unseres Planeten aktiv einzusetzen. Die Energiewende ist möglich, wenn wir sie gemeinsam, gezielt und mit Zuversicht angehen.

Sie thematisieren in drei Kapiteln des Buches Ihr bewegtes Leben und bringen so auch eine sehr persönliche Ebene mit ein. Warum haben Sie sich für diesen Ansatz entschieden?

Über meine eigene Geschichte kann ich viel besser verständlich machen, dass sich ein Umdenken, ein nachhaltiger Lebenswandel sowie ein engagierter Kampf für die eigenen Ideale für jeden lohnen.

Was war der entscheidende Wendepunkt in Ihrem Leben – Ihr persönlicher Change-Milestone?

Das war die Geburt meiner Tochter Amelie, am 10. August 1983. Bereits vorher hatte ich in außerhalb der Bundeswehr erste Kontakte zur Friedensbewegung geknüpft, da ich den NATO-Doppelbeschluss mit der Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland als grundfalsch empfand. Doch als ich meine Tochter zum ersten Mal im Arm hielt, war mir klar, dass ich mich viel stärker für eine lebenswerte Zukunft für sie einsetzen wollte und musste. Aus dem Krankenhaus fuhr ich direkt zur Tuttlinger Friedensinitiative und schloss mich verbindlich der Bürgerbewegung an. Niemand dort wusste, dass ich Soldat war und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen sollte.

Wie hat die Bundeswehr auf Ihr Engagement bei der Friedensinitiative reagiert?

Erst einmal wusste mein damaliger Arbeitgeber nichts davon, mein Engagement war für mich Privatsache. Doch einige Monate später überreichte ich für die Initiative eine Erklärung zum »atomwaffenfreien Tuttlingen« an den damaligen Bürgermeister Heinz-Jürgen Koloczek. Die Lokalzeitung, der Gränzbote, veröffentlichte anschließend ein Foto der Aktion, auf dem ich auch ohne Uniform klar zu erkennen war. Ich erhielt einen strengen Verweis, – eine Disziplinarmaßnahme, die vom Kommandeur vor allen Offizieren des Bataillons ausgesprochen wird.

Erst zwei Jahre später entschied das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, dass die Disziplinarmaßnahme unrechtmäßig war. Politisches Engagement als Bürger in Uniform müsse sogar für den Chef einer Kampfkompanie erlaubt sein! So war ich rehabilitiert.

Was treibt Sie besonders um, wenn Sie an die aktuelle Weltlage denken?

Seit der Existenz des menschlichen Lebens auf diesem Planeten, haben sich Wärme- und Kältephasen immer wieder abgewechselt. Wir wissen aber, dass sich seit Jahrhunderten alles  in einem engen Temperaturkorridor zwischen +/- 1 Grad abgespielt. Doch die Ausbeutung der Erde durch den Menschen hat in diesem Jahrhundert und insbesondere in den letzten von Habsucht geprägten Jahrzehnten solch ungeheure Ausmaße angenommen, dass natürlichen Regulierungsprozesse nicht mehr greifen. So leben wir nun in einer bedrohlichen Zeit, die einem Experiment gleicht, in das wir uns selbstverschuldet hineinmanövriert haben und dessen Ausgang ungewiss ist.

Die Herausforderungen dieser Zeit sind größer als sie jemals waren. Die +/- 1 Grad-Schwankungen, selbst große Weltkriege haben immer nur Teile der Menschheit erfasst. Die jetzigen Klimaveränderungen betreffen aber uns alle – die gesamte Menschheit. Hunger, Landflucht, Kriege – all die furchtbaren Dinge stehen in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Frage nach den Energiequellen. Die drohende Erderwärmung von 2 – 3 Grad wird die Menschheit vor die existenzielle Probleme stellen. Ich erhoffe mir, als kleines Rädchen mit dazu beizutragen, dass wir gemeinsam diese gigantischen Herausforderungen meistern können.

Der Begriff Menschheit ist so groß, so abstrakt, wenn man ihn einfach so in den Mund nimmt. Doch hinter dieser riesigen Begrifflichkeit stehen für jeden die Menschen, die man liebt, die das persönliche Umfeld bilden. Für diese Herzensmenschen, ganz egal, ob Nachbarn, Freunde oder direkte Familie, möchte man nur das beste. Man möchte, dass sie eine Zukunftsperspektive haben. Insbesondere für meine Kinder und meinen Enkel hoffe ich inständig, dass die Problematik der Klimaerwärmung sie möglichst wenig tangiert oder einschränken wird. Ich wünsche mir, dass alle großen Probleme der Menschheit gelöst sein werden, wenn sie mal in meinem Alter sind. Warum sollten wir nicht dafür kämpfen, dass Kriege und Umweltzerstörung irgendwann einmal nur noch in Geschichtsbüchern behandelt werden?

Wie viel Zeit bleibt uns dann, Ihrer Meinung nach, noch, um unsere Zukunft sicherstellen zu können?

Die Entscheidung fällt in diesem Jahr! Wir befinden uns in einer Situation, in der wir gezwungen sind, radikale Veränderungen in dieser Welt anzustoßen und umzusetzen. Hier sind die Industrienationen gefragt, die nun konsequent handeln müssen.

Wollen wir dramatische weltweite Auseinandersetzungen und klimatische Veränderungen, die das Antlitz unseres Planeten für immer entstellen werden? Wenn wir nichts tun, werden die Ressourcen knapp, die Meeresspiegel werden unaufhaltsam ansteigen und die Desertifikation wird fortschreiten. Gnadenlose Ressourcenkriege, Flüchtlingsbewegungen und unvorstellbares humanitäres Leid wären die Folgen. Das ist keine lebenswerte Zukunft für mich. Keine düstere zukünftige Welt, die ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen möchte.

Das klingt alles andere als hoffnungsvoll …

Zum Buch: Power to Change von Carl-A. FechnerDas ist nur die eine Seite. Die andere Seite können Sie sowohl in meinem Buch als auch in meinen Filmen erfahren. Ja, wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt. Aber wir dürfen uns wehren. Wir dürfen uns entscheiden. Jeden Tag aufs Neue. Die Vielzahl von Möglichkeiten ist faszinierend: Ernährung, Mobilität, Energieversorgung, Freizeit, politisches Engagement bis hin zu Blockaden.

Ja, es ist schon kurz nach Zwölf, aber wir können das Ruder noch herumreißen! Es gibt technische sowie wirtschaftliche Möglichkeiten eine lebenswerte Zukunft für nachfolgende Generationen zu sichern. Das ist das Ende von Geldgier und Profitsucht – von verkrusteten Mentalitäten einer früheren Zeit.

Mitzuwirken, eine soziale, nachhaltige Gesellschaft ohne Ressourcenausbeutung zu schaffen, das ist meine Mission. Letztendlich geht es um Glück und um Liebe in einer gerechten, genesenden Welt, die zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt.

Sie sprechen davon, dass Ihre Leser nach der Buchlektüre dazu motiviert sind, sich mit neuer Kraft für eine persönliche Veränderung zu entscheiden. Was ist Ihre ganz persönliche Lebensvision?

Meine Vision ist, dass wir die immensen Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel, Verteilungsprobleme und Umwelt- sowie Kriegsproblematiken, mit konzentrierter gesellschaftlicher Kraft stemmen können. Und ich wünsche mir, ein Impulsgeber für einen Wandel hin zu einer konstruktiv an Lösungen arbeitenden Weltgemeinschaft zu sein. Wenn ich mit meinen Filmen, Vorträgen und Büchern sinnvolle Lösungen aufzeigen und Menschen zum Umdenken und Handeln einladen kann, ist die Vision, die ich für mein Dasein habe, erfüllt.

Vielen Dank für das Interview, Herr Fechner!

Lesen Sie mehr aus dem Buch in der Leseprobe: read ’n‘ go!

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