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Jürgen Domian: Dämonen. Hannsens Geschichte

Jürgen Domian und Hansens Dämonen. Gänsehaut vorprogrammiert

Jürgen Domian ist auf großer Lesereise in Deutschland mit seinem neuen Buch »Dämonen« unterwegs.

Jürgen Domian »Domian – Das 1LIVE Talkradio«, das im letzten Jahr eingestellt wurde, hat eine große Lücke bei seinen Fans hinterlassen, die sich nun freuen, Domian wieder live erleben zu dürfen! Mehr zu den Lesetourterminen gibt es in den Tourneedaten auf der Homepage des Verlages. In unserem Interview beantwortet Jürgen Domian erste Fragen zu seinem Buch:

Lieber Domian,
du hast ein neues Buch geschrieben: Dämonen. Erzähl uns doch kurz worum es geht?

Domian: Es geht um einen 59-jähriger Mann, sein Name ist Hansen, der im Juni eines Jahres entscheidet, dass er sich im Dezember an seinem 60. Geburtstag umbringen will. Er plant dafür nach Nordschweden zu reisen. Er will in die Polarnacht hinausgehen, eine Flasche Whiskey trinken, sich nackt ausziehen, in den Schnee legen und sterben. Hansen ist weder körperlich noch seelisch krank, er ist einfach des Lebens satt. Ich begleite ihn von Juni bis zu seinem Geburtstag. Er fährt schon sehr früh nach Schweden, zieht sich dort in eine einsame Blockhütte im Wald zurück. Ich dokumentiere seinen Kampf gegen die Dämonen seines Lebens. Und über allem steht die Frage: Wird er es tun oder wird es nicht tun?

Hansen kämpft in dem Buch gegen seine eigenen inneren Dämonen. Kannst du uns erklären was wir uns unter Dämonen vorstellen können? Kannst du uns ein Beispiel für einen inneren Dämonen geben?

Domian: Es sind die Dämonen der Schuld, des Bösen, der Trägheit, der Feigheit, der Versuchung. All diese Dämonen leben in den Abgründen von Hansens Seele. In der Stille der lappländischen Wildnis brechen sie aus, steigen auf ins Hansens Bewusstsein. Das Bild des Dämonenkampfes in der Stille ist ja uralt. Jesus geht in die Wüste und der Satan versucht, ihn zu verführen.

Hast du auch einen Dämonen, gegen den du kämpfst?

Domian: Einen? Dutzende! Wir Menschen machen ständig Fehler und werden von Dämonen dazu verleitet. Wir schaden und verletzten andere Menschen, wir sind träge oder feige, wir verhalten uns eitel oder nachtragend, wir lügen, sind bestechlich oder neidisch. Der stärkste Dämon gegen den ich bisher gekämpft habe, war die Bulimie. In der Endphase ging es um alles. Er wollte mein Leben.

Du sagst, dass Stille und Tod deine Themen sind. Inwiefern werden sie in deinem neuen Buch behandelt?

Domian: Ich versuche zu zeigen, wie grundlegend die Stille einen Menschen verändern kann. Wer lange in der Stille war, kehrt wesensverändert zurück. Ich glaube, dass der Schlüssel zu allen Geheimnissen in der Stille und im Schweigen liegt. Und der Tod ist natürlich das zentrale Thema des Buches. Was aber bedeutet der Tod? Auch damit setze ich mich eingehend auseinander.

Ein großes Thema des Buchs ist Suizid. Ist das deiner Meinung nach ein Thema mit dem sich die Gesellschaft mehr beschäftigen sollte? Warum?

Domian: Absolut. Der Freitod ist ein Tabuthema und muss von der christlichen Stigmatisierung befreit werden. Das betrifft sowohl den assistierten Suizid im Fall der Sterbehilfe, als auch die Selbsttötung ohne ersichtlichen Grund. Hansen fragt sich „Muss man leben, nur weil man lebt“? Eine berechtigte Frage. Wir haben zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die einfach nicht mehr leben wollen. Nicht jeder Suizidant ist seelisch krank und bedarf einer Behandlung. Der Mensch gehört sich selbst und nicht der Gesellschaft oder der Kirche, also möge er auch über sich selbst frei entscheiden.

Fass doch abschließend kurz für die Leser zusammen warum es sich lohnt dein neues Buch zu lesen?

Domian: Ich mag mich nicht selbst anpreisen. Sollte ich aber ein wenig Interesse geweckt haben, vielleicht kommt der eine oder die andere in eine meiner Lesungen, um noch mehr zu erfahren. Ich bin bis Mai 2018 auf große Lesetour durch Deutschland und die Schweiz. Es handelt sich um eine inszenierte Lesung. Eine neue Erfahrung für mich. Lesen ist natürlich das Hauptelement, aber der ganze Abend ist in Szene gesetzt von John von Düffel, vom Deutschen Theater Berlin. Er arbeitet mit Audioeinspielungen, mit Licht und diversen anderen Elementen. Außerdem interagiere ich viel und spontan mit dem Publikum.

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