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Banner: Keine Angst ... ist auch eine Lösung

Keine Angst! … auch wenn morgen ein Komet die Erde vernichtet.

Autorenfoto: Alexa Hennig von Lange, Marcus JauerAngst zu haben – nichts ist uns peinlicher. Angst zu scheitern, gefeuert, verlassen oder kritisiert zu werden, unbeliebt zu sein oder alles zu verlieren. Angst ist eines der bestimmendsten Phänomene unserer Zeit und zugleich ein riesiges Tabu. Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer erzählen in abwechselnden Kapiteln offen, tiefgründig und selbstironisch von Ängsten, die jeder kennt, aber keiner zugeben will. Und sie zeigen in ihrem Buch, wie die Befreiung aus dem Klammergriff hartnäckiger Sorgen, Phobien und Irrtümer aussehen kann – fröhlich, lebensnah und mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Im Interview verraten sie uns erste Antworten auf die Fragen, die wir zum Buch gestellt haben:

Wer sollte Ihr neues Buch lesen? Richtet es sich ausschließlich an Leser mit Angststörungen?

Alexa: Im Gegenteil. Es richtet sich an alle, denen irgendwann auffällt, dass sie keine Lust mehr haben, von ihren Gefühlen durchgeschüttelt zu werden – aufgrund von diffusen Befürchtungen oder Unsicherheiten, deren Ursprung oftmals in unserer frühesten Kindheit liegt. Wir sind keine Therapeuten, sondern erzählen von unseren ganz persönlichen Ängsten, die aber vermutlich die meisten gut kennen und – genau wie wir – gerne loswerden würden.

Marcus: Es ist ein gesellschaftliches Thema. Wer Angst hat, reagiert unfrei. Wir haben das nur auf der persönlichen Ebene untersucht. Man hat Angst, zu versagen, kritisiert zu werden, unbeliebt zu sein, sich selbst zu verlieren oder irgendwie im Aus zu landen. Gleichzeitig weiß jeder, dass man so etwas besser für sich behält, weil es einem schaden kann. Dabei kennt diese Ängste jeder – und wendet trotzdem zum Teil enorme Kraft dafür auf, sie sich nicht anmerken zu lassen. Diese Kraft könnten wir alle besser für etwas Schönes verwenden.

Was lernen wir über Angst, wenn wir das Buch lesen? Ist sie eher sinnvoll oder überflüssig (oder beides zugleich)?

Marcus: Solange sie auf eine Gefahr hinweisen, sind sie sinnvoll. Aber was, wenn diese Gefahr gar nicht besteht? Wir alle malen uns im Kleinen wie im Großen immer wieder Szenarien aus nach dem Motto: „Was wäre wenn?“ Und unsere Phantasie beantwortet sie uns dann gern mit dem schlimmsten Alptraum, den man sich vorstellen kann. Natürlich spürt man da Angst. Die Frage ist, ob einem das hilft, einen klaren Blick zu behalten.

Muss man letztlich immer mutig sein, um seine Ängste zu besiegen oder gibt es Methoden, um sie auszutricksen?

Alexa: Ängste muss man gar nicht besiegen. Das bedeutet ja Gegnerschaft und Kampf. Beim Schreiben des Buches sind mir meine Ängste immer sympathischer geworden, weil mir mit jedem Kapitel klarer geworden ist, dass sie wirklich zähe Weggefährten sind, die mich nicht ärgern wollen – im Gegenteil. Sie wollen nichts weiter, als mich auf etwas hinweisen, was ich ohne sie gar nicht sehen würde. Es ist viel angenehmer, die Ängste als edelmütige Freunde zu erkennen, die mir mit ihrer Penetranz etwas Gutes tun wollen. Dann lösen sie sich – meiner Erfahrung nach – ziemlich schnell in Luft auf.

Es wird von einer Generation Angst gesprochen. Nehmen die Ängste in jüngeren Generationen zu? Wenn ja, was könnten die Gründe sein?

Alexa: Ich bin ziemlich sicher, dass jede Generation Angst hat. Wie gesagt, sie deutet meist auf etwas hin, das noch nicht richtig sitzt, dessen ich mir aber oft gar nicht so bewusst bin. Das ist doch sensationell! Unser Buch hilft hoffentlich dabei, diesen simplen Mechanismus leichter zu erkennen.

Marcus: Vermutlich sind die Ängste, die unsere Generation hat, nicht viel anders als die früherer Generationen. Im Grunde stellt sich doch jeder Mensch dieselben Fragen: Wer bin ich? Wo ist mein Platz in der Welt? Finde ich mein Glück? Werde ich angenommen und geliebt, so wie ich bin? Werde ich das Leben führen, das ich mir vorstelle?

Warum lohnt es sich das Buch zu lesen?

Alexa: Ich hatte in meinem Leben vor vielen Dingen Angst. Angefangen beim Kometen, der die Erde zerstört bis zur Angst, verlassen zu werden. Irgendwann hatte ich die Nase voll davon und habe durchs Schreiben der Angst auf den Grund gehen wollen. Ich kann nur sagen, meine Ängste haben eklatant abgenommen – also hoffe ich, dass es dem Leser auch so geht.

Marcus: Weil es Freude macht.

Herzlichen Dank für dieses spannende Interview! Allen, deren Neugier jetzt geweckt ist und die keine Angst haben ein Buch zu lesen, empfehlen wir gerne den Blick ins Buch ….

 

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